Steven Lambeck rennt den Ultratrail an der Zugspitze
Der Zugspitz Ultratrail gehört zu den spektakulärsten und anspruchsvollsten Trailrunning-Veranstaltungen Europas. Mittendrin war jetzt wieder einmal Steven Lambeck vom Brockenlaufverein – und der zeigte bei seinem inzwischen vierten Start in den Alpen erneut eine starke Leistung. Nach 74,5 Kilometern und 3.296 Höhenmetern erreichte er nach 12:55:42 Stunden das Ziel. Damit belegte er Rang 457 im Gesamtfeld und einen hervorragenden 11. Platz in der Altersklasse M55.
Strecke muss verkürzt werden
Moment mal: 74,5 Kilometer? Eigentlich sollte das Rennen über die klassische 105-Kilometer-Distanz führen. Doch wegen angekündigter schwerer Gewitter entschied sich der Veranstalter bereits am Donnerstagabend, die Strecke auf 74 Kilometer zu verkürzen und den Start nach Leutasch zu verlegen. Eine Entscheidung, die Steven zwar zunächst etwas enttäuschte, die er im Nachhinein aber ausdrücklich begrüßte. „Sicherheit geht in diesem Gelände einfach vor“, sagt er. Rückblickend sei es sogar ein Vorteil gewesen, bereits am späten Vormittag im Ziel zu sein und der großen Hitze entgangen zu sein.
Die geänderte Strecke brachte für ihn einen besonderen Reiz mit sich. Die ersten 44 Kilometer legte Steven fast vollständig in der Nacht zurück. Die kühle Luft machte das Laufen angenehm, und mit dem Sonnenaufgang wurden die Mühen mit einem beeindruckenden Blick auf die Bergwelt rund um die Zugspitze belohnt. Genau diese Mischung aus sportlicher Herausforderung und einzigartigem Naturerlebnis macht den Reiz des ZUT aus.
Wo andere an ihre Grenzen - oder darüber hinaus - gehen, hatte Steven seinen Spaß. „Mir ging es unterwegs wirklich gut. Ich habe den Lauf einfach genossen und hatte keine nennenswerten Hänger“, fasst Steven sein Rennen zusammen. Seine Zielzeit möchte er deshalb gar nicht überbewerten. Viel wichtiger sei für ihn gewesen, erneut gesund ins Ziel zu kommen und einen großartigen Tag in den Bergen erlebt zu haben.
Das Team macht den Unterschied
Zu einem gelungenen Ultratrail gehört allerdings nicht nur die eigene Leistung, sondern auch ein gutes Team im Hintergrund. Über mangelnde Unterstützung konnte sich Steven nicht beklagen. Vereinskollege Sven Franke - im vergangenen Jahr selber auf dem ZUT unterwegs - begleitete ihn auf den letzten Kilometern Richtung Ziel und sorgte noch einmal für zusätzliche Motivation. Seine Frau Katrin und Tochter Tina standen ihm ebenfalls zur Seite – und nahmen dafür einiges auf sich. Bereits um 4 Uhr morgens machten sie sich von Garmisch aus auf den Weg zum Kreuzeck, um Steven dort um kurz vor 6 Uhr in Empfang zu nehmen. Dieser Einsatz habe ihm unterwegs enorm geholfen, sagt er.
Am Ende stand damit nicht nur ein starkes sportliches Ergebnis, sondern ein unvergessliches Erlebnis in den Alpen. Und der Brockenlaufverein kann wieder einmal auf einen Vereinskollegen stolz sein, der Leistungen vollbringt, die viele Nicht-Läufer für unmöglich halten würden.